Aktuelle Informationen aus dem Ortsverein Reutlingen
Schwäbisches Tagblatt vom 30.09.2009
Mit dem Pfandbon gleich am Automaten Gutes tun
„Pfandtastisch" spenden - ein Berliner Projekt soll jetzt auch in Reutlingen Fuß fassen
Statt den Pfandbon bis zur Unkenntlichkeit im Geldbeutel spazieren zu tragen, den Pfandbon einfach spenden. Dafür wirbt ein neues Projekt, das es vielleicht auch bald in Reutlingen gibt.
MARIAN HERTWIG
Reutlingen. Eine gute Idee aus Berlin hat ihren Weg nach Reutlingen gefunden. Zumindest ist sie auf dem Weg hier her. Was der Berliner Verein „Sozialhelden" dort schon in vielen Supermärkten erfolgreich etabliert hat, soll nun, wenn es nach Geschäftsführerin Gisela Steinhilber von der Arbeiterwohlfahrt geht, auch in Reudingen umgesetzt werden: Das „Pfandbonspenden". Die Idee, die Karin Zäh, Mitorganisatorindes„Neigschmeckt" Marktes von einem ihrer Hauptstadtaufenthalte mit nach Hause brachte ist einfach und dazu leicht um zu setzen: .Austrinken, Leergut abgeben, Pfandbon lösen, Spenden!" So beschreiben die Initiatoren aus Berlin das Projekt auf ihrer Website. Doch wie läuft das denn bisher genau? In Berlin sind neben den Leergutautomaten kleine Schildchen angebracht, die darum bitten,den Pfandbon nicht einzulösen, sondern stattdessen zu spenden. Dazu stehen an den Kassen farbige Plastikboxen, die der Verein „Sozialhelden" herstellt und liefert. Jeder Supermarkt kann außerdem sein Logo auf die Spendenbox drucken und damit zeigen: „Seht her, wir tun was". Kosten entstehen den Märkten nicht, denn aufgehängt und geleert würden die Boxen von derAWO.
Genügend bedürftige Projekte fallen Gisela Steinhilber ohne Schwierigkeiten ein. Deshalb nahm sie auch gleich Kontakt mit den hiesigen Supermarktfilialen auf, um nach deren Einverständnis zu fragen. Und die Resonanz war - unter Vorbehalt - durchaus positiv. „Die fanden es alle sympathisch, müssen aber erst mal mit ihren jeweiligen Regionalleitungen reden", sagt die 56-Jährige AWO-Chefin.
19 Anfragen an Geschäfte laufen derzeit in und um Reutlingen und wenn zumindest ein paar davon mitmachen würden, könnte die Idee sich hier bald durchsetzen.
„Natürlich, Tausende von Euros kommen da nicht zusammen, aber es läppert sich", ist sich Gisela Steinhilber sicher. Und auch die Anonymität des Pfand-Spendens findet sie reizvoll an der Idee: Es sei einfach ein anderer Hintergrund, wenn jemand aus eigener Entscheidung etwas spende, als wenn man jemandem, der mit der Spendendose vor einem stünde, etwas gibt.
In Berlin sind bereits weit über 50 Supermärkte in dem Projekt engagiert, dass vor ein paar Jahren von zwei Berliner Studenten gegründet wurde und inzwischen ein Netzwerk mit vielen Freiwilligen und ein gemeinnütziger Verein geworden ist.