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Werkstattcafé - Sprache

Dieser Sprachkurs für Frauen mit elementaren Sprachkenntnissen hat im März 2006 unter der Bezeichnung „Schreib- und Lesecafe" begonnen und wurde zunächst durch finanzielle Mittel des LOS-Projekts gefördert. Von 2007 bis 2010 wurde es als Lern-Themen-Cafe im Rahmen des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt - Tübinger Vorstadt" (Modellvorhaben) vom Land Baden-Württemberg und der Stadt Reutlingen finanziell gefördert. Im Jahr 2011 konnte das Projekt als "Werkstattcafe Sprache und Themen" im Rahmen des Programms STÄRKEN vor Ort mit zum Teil veränderten Inhalten durchgeführt werden.
Unser Lehrbuch heißt „Projekt Alphabet" und richtet sich an Erwachsene und Jugendliche, die in der lateinischen Schrift noch sehr ungeübt sind. Ab Februar 2011 wird der Kurs unter dem Dach des Werksstattcafé mit zum Teil neuen Inhalten weitergeführt und findet jeden Mittwoch von 14 Uhr bis 15:30 Uhr im Seminarraum der AWO statt
Teilnehmerinnen sind derzeit 9 Frauen türkischer Herkunft unterschiedlichen Alters und Vorkenntnissen. Die Hälfte der Teilnehmerinnen waren sogar Analphabetinnen. Demzufolge differenzieren sich auch die Lernerfolge. Bei den Frauen, die eine Schule besucht haben, ist ein deutlicher Fortschritt zu sehen. Sie verbessern sich ständig in der Lexik und im schriftlichen Ausdruck. Aber auch bei den Frauen ohne Schulbesuch ist eine Verbesserung erkennbar. Alle kennen nun das Alphabet und können einzelne Wörter lesen und verstehen. Diktat, Textverständnis und Rollenspiele gehören zum Unterricht, denn Ziel dieses Kurses ist, dass die Frauen lernen, sich im Alltag zurechtzufinden.
In familiärer Atmosphäre kann man sich zunächst bei Kaffee und Kuchen ein wenig austauschen, bevor der Unterricht beginnt. Viele Frauen freuen sich,

einmal pro Woche aus ihrem Alltag entweichen können. Ein Problem ist nur, dass die Kinderbetreuung am Nachmittag fehlt und deshalb einige Frauen gezwungen sind, die Kinder mitzubringen. Aber auch dieses Problem wurde gemeistert: Es wird jeden Mittwoch ein Mal- und Spieltisch vorbereitet.
Auch ein wichtiges Ziel ist das Kennenlernen der Umgebung, der Stadt und ihrer Einrichtungen. Nur so können sich die Frauen mit der deutschen Lebensart und den deutschen Sitten und Gebräuchen vertraut machen, um sich leichter zu integrieren. Dafür ist Christel Hammer zuständig, die sich als Bürgermentorin im Kurs engagiert. Diverse Ausflüge wurden bereits unternommen. Durch ihre Hilfe war auch eine Teilnahme beim lebendigen Adventskalender möglich. Die Hausaufgabenbetreuung der Kinder gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.
Abschließend sollte noch gesagt werden, dass solche Kurse für die Integration ausländischer Mitbürger sehr wichtig sind. Die Frauen sind hoch motiviert und kommen gerne zum Unterricht. Sie arbeiten immer konzentriert und machen ihre Hausaufgaben. Noch fehlt ihnen der Mut, jedes Neue und Fremde kennen zu lernen. Doch auch das kann sich nur durch solche Projekte verbessern.
Joanna Naskami, Lehrerin
